Dienstag, 18.07.2017, 11:55:59 Uhr

Zusammenhang zwischen Psychopathen in Unternehmen und Wirtschaftskriminalität

Menschen, die spezifische Charakterzüge eines Psychopathen aufweisen, stimmen in Unternehmen verstärkt wirtschaftskriminellen Handlungen zu.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern. Dort wurde untersucht, wie hoch die Bereitschaft ist, Bilanzen zu manipulieren und Insiderhandel zu betreiben. Vor allem Charaktereigenschaften wie Kaltherzigkeit und hochgradiger, manipulativer Egoismus spielen eine Rolle.

Ausgangspunkt für die nun erschienene Studie ist das Phänomen der „Psychopathen in Nadelstreifen“. „Das sind Menschen, die durchaus individuell erfolgreich und vielfach in leitenden Positionen in Unternehmen arbeiten, allerdings hochgradig egoistisch, skrupellos, manipulativ und empathielos agieren“, sagt Volker Lingnau, der den Lehrstuhl für Unternehmensrechnung und Controlling an der TU Kaiserslautern leitet. „Diese interessieren uns besonders, da wir annehmen, dass sie Unternehmen nachhaltig schädigen können.“

Es sei aber wichtig, diese Ausprägung der Psychopathie vom Alltagsverständnis über Psychopathen zu differenzieren. „Unternehmensskandale, wie beispielsweise beim 2001 durch massiven Bilanzbetrug insolvent gegangenen amerikanischen Energieriesen Enron, zeigen, dass Unternehmenspsychopathen durch ihre Fähigkeit, ohne Gewissensbisse zu lügen und zu manipulieren, für Wirtschaft und Gesellschaft eine existenzielle Gefahr darstellen können“, so Professor Lingnau.

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