Mittwoch, 12.07.2017, 06:04:23 Uhr

Arbeitskosten: Deutschland auf Platz sieben

Durch eine stärkere Lohnentwicklung hat die Entwicklung der Arbeitskosten in Deutschland in den letzten fünf Jahren angezogen.

Zu dem Ergebnis kommt eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Allerdings seien damit die Effekte einer sehr langen Schwächephase in den 2000er Jahren nur zum kleineren Teil ausgeglichen.

Deutschland rangiert bei den Arbeitskosten für die private Wirtschaft weiterhin im oberen Mittelfeld Westeuropas: Ende 2016 lag die Bundesrepublik mit Arbeitskosten von 33,60 Euro pro Stunde an siebter Stelle unter den EU-Ländern und hat mit den Niederlanden (33,40 Euro) knapp den Platz getauscht. Mit nominal 2,5 Prozent lag der Zuwachs der deutschen Arbeitskosten 2016 zwar klar oberhalb des sehr niedrigen Durchschnitts von EU (1,6 Prozent) und Euroraum (1,3 Prozent). „Aber dieser Wert stellt noch längst keine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit oder die Preisstabilität dar. Im Gegenteil, diese Steigerungen reichen noch nicht aus, um das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp 2 Prozent zu erreichen“, betonen die Forscher. Schaut man auf den längeren Zeitraum von 2000 bis 2016, bleibt die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der deutschen Arbeitskosten mit 2,0 Prozent weiter deutlich hinter den Durchschnitten von Euroraum (2,4 Prozent) und EU (2,7 Prozent) zurück. Deutschland weist damit seit der Jahrtausendwende den drittniedrigsten Zuwachs aus - nach den Krisenländern Griechenland und Portugal. Ähnlich sieht es bei der für die internationale Wettbewerbsfähigkeit wichtigeren Lohnstückkostenentwicklung aus.

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